Schon am 18.Juli 1838 richtete die Stadt Amberg ein erstes Gesuch um einen Bahnbau an die bayerische Regierung, d.h., schon vor 170 Jahren war für Amberg ein Bahnanschluss so wichtig, dass man sich an König Ludwig I. persönlich wandte.1856 erfolgte die Gründung der „Königlich privilegierten Aktiengesellschaft der Bayerischen Ostbahnen“, der es gelang, die „ostbayerische Eisenbahnwüste“ zu erschließen, denn am 18.Dezember 1859 dampfte der erste Zug im Amberger Bahnhof ein.

Die Züge fuhren von Nürnberg über Schwandorf nach München. Somit war Amberg an den Schnellzugverkehr angeschlossen. Leider kamen ab dem 01. Juli 1873 die Schnellzüge über Amberg in Wegfall. Drei Lokalbahnen ins Umland konnten keinen Ersatz für die Attraktivität bilden, sondern deuteten  eher darauf hin, dass die Opfer Ambergs für den Bahnbau in München kaum richtig gewürdigt wurden.
Der Amberger Bürgermeister Clement Greil -1850 bis 1866- beantragte schon 1857 den Bau einer Brücke über den Stadtgraben und eine neue Straße in der Verlängerung der Wartstraße –der heutige Kaiser-Ludwig-Ring-. Schwierigkeiten bereitete vor allem ein Allee-Dreieck. Die Verhandlungen zwischen Verschönerungsverein und Eisenbahnverwaltung im Februar 1857 führten lediglich zur Enteignung des Grundstückes, obwohl der König der Meinung war, dass dem Bau des Bahnhofs nicht ein Baum zum  Opfer fallen sollte. Jetzt aber konnten 25 Bäume an die Stadt verkauft werden, die sich schließlich auch noch mit der Abtretung des Dreiecks einverstanden erklären musste.

Die Forderungen  der Ostbahn wurden erfüllt, indem das Gelände zum Durchbruch der Wartstraße durch Enteignung zur Verfügung gestellt, die Allee auf der Länge des Bahnhofs bis zur Höhe des Bahnhofvorplatzes abgehoben und die Genehmigung zur Niederlegung des benötigten Stadtmauerteils gegeben worden war. Dafür sagte die Ostbahn den Bau einer Brücke (Marienbrücke, heute die Bahnhofstraße) über den Stadtgraben zu.
Am Ende der Wartstraße verschwanden die Gebäude des Türkenwirts und Teile des Bäckereianwesens Vehlhorn.
Die Mauer endete nun im Osten und Westen in der Form riesiger Treppen. So schnell der Bau des Bahnhofs vorankam, so langsam änderte sich das unschöne Bild der Mauern.

Im Westen entstand das heutige Grundstück Batteriegasse 2 ab ca. 1880 aus mehreren Besitzanteilen mit den Gemarkungen D115 bis D117.
1898 erscheint im Adressbuch ein F. Mayerhofer als Gasthofsbetreiber in der Gemarkung D116
1908 erwirbt Josef Hölzl aus Nürnberg den Gasthof.
1910 nennt sich der Gasthof „Hotel Mayerhofer“
1914 erscheint der Sulzbacher Bierbrauer Eduard Fentsch als Inhaber
1925 bis 1927  wurde das Hotel Mayerhofer durch den damaligen Besitzer Michael Wening  nach Vorschlägen des Architekten Rogler ausgebaut. Seit dieser Zeit gibt  es den -pseudogotischen- Stufengiebel an der Vorderseite des Hotels. Das Hotel –das unmittelbar auf den Stadtmauerteilen steht- nennt sich jetzt „Bahnhofhotel“. Übrigens der Name des Hotels, der sich in des Volkes Mundart bis heute erhalten hat.
1955 erstand Hermann Schießl das Bahnhofhotel. Das Hotel wurde in der Folgezeit verpachtet an
Familie Riedl,
Familie Schneider,
zwischenzeitlich wurde das Hotel von  der Familie Hans & Marga Schießl -den Eltern von Hermann Schießl- geführt,
der letzte Pächter war die Familie Molter.

Früher 1973 –bis zum Bau der jetzt vor dem Hotel liegenden  Tiefgarage, dem auch die Marienbrücke zum Opfer fiel- verlief die dem Bahnhof zugewandte Seite des Hotels bis zum Stadtgraben hinunter. Unter dem heutigen Hotelparkplatz liegt der ehemalige Ratskeller.

Seit 1986 führt Gertraud Schießl –die Tochter Hermann Schießls- das -nach einer umfangreichen Innen- und Außensanierung 1988-  jetzt “Altstadt-Hotel“ titelt,  als Hotelfachfrau  das heuer mindestens 110 Jahre alte Hotel.
Das Hotel hat heute 24 Einzel- wie Doppelzimmer unterschiedlicher Größe. Jedes Zimmer ist mit Telefon, T-Com WLan, TV-Flachbild, Minibar, Zimmersafe und Schreibtisch, die Nasszelle –Badewanne oder Dusche-  mit beleuchtetem  Kosmetikspiegel und  Fön ausgestattet.
Gastraum „Bürgerstuben“, Frühstücks- und Veranstaltungsraum sind seit 1991 neu gestaltete Räumlichkeiten.

Eine gestalterisch botanische Besonderheit in der Region ist der zweistämmige „chinesische Götterbaum“ (Ailanthus altissima), der  bis heute den Frontbereich des Hauses ziert. Ein anderer göttlicher Baum dieser Art steht erst wieder zu Regensburg.

Nach Stadtheimatpfleger Hummel vom 27.07.2008
Ergänzt durch Hermann Schießl, Gertraud Schießl
Neu formuliert  von Friedhelm Pausch(aus: Tausend Jahre Stadtgeschichte S. 283 ff.)



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